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Dogma ArtikelEin Dogma (griechisch δογμα, das bedeutet Meinung, Beschluss oder Lehrsatz) ist eine Basisaussage, die von einer Gruppe von Menschen als grundlegend und nicht verhandelbar für eine Religion, Weltanschauung oder Wissenschaft festgelegt oder erkannt wurde.
Im engeren Sinne wird der Begriff Dogma ca. in der Theologie in dem Rahmen der Dogmatik und in der Philosophie benutzt.
Benutzt man den Begriff Dogma in einer Naturwissenschaft oder in dem heutigen Alltagsdeutsch, dann tut man dies meist mit einem kritischen Unterton dergestalt, dass jemand nicht bereit wäre, seinen "dogmatischen" Standpunkt neueren Erkenntnissen gegenüber zu öffnen. In Antike und Mittelalter war Dogma dagegen ein positiv besetzter Begriff, er stand für Klarheit und Eindeutigkeit.
Buch-Tipp: Dogma 95. Zwischen Kontrolle und Chaos. Dogma 95. Zwischen Kontrolle und Chaos Mit dem Manifest „Dogma 95", welches Lars von Trier in dem 1995 auf einer Konferenz in Paris, als rotes Flugblatt unter den Anwesenden verteilten ließ, begann die rasante Geschichte von Dogma 95. Die Absicht der Erstunterzeichner (von Trier und Thomas Vinterberg) war es unter anderem „certain tendencies"... | |
Die Dogmen sind für die christlichen Kirchen das inhaltliche Profil ihrer Identität als Glaubensgemeinschaft. Ohne diese Glaubenssätze könnte nicht beschrieben werden, auf welchen Glauben sich eine Kirche bezieht.
Zu Beginn des Christentums gab es keine schriftlich fixierten Dogmen, sondern lediglich gemeinsame Überzeugungen, die entweder dem Judentum entstammten, oder sich auf Jesus Christus bezogen.
Im Laufe seiner 2000jährigen Geschichte wurden in dem Christentum verschiedene Glaubenswahrheiten als Dogmen formuliert, weil sich Unklarheiten oder verschiedene Meinungen herausbildeten. Hierzu versammelten sich die Amtsträger der Kirche und klärten auf Konzilien und Synoden, welche Aussagen (ihrer Meinung nach) den christlichen Glauben treffend beschrieben und welche Aussagen dem christlichen Glauben zuwider laufen.
Beispiele für christliche Dogmen
nur katholische Kirchen:
nur lutherisch-evangelische Kirchen:
- Sola Gratia : Ca. durch Gnade wird der Mensch gerettet.
- Sola Fide : Ca. der Glaube ist Voraussetzung für die Rettung.
- Sola Scriptura : Ca. die Bibel lehrt den rechten Glauben.
- Solus Christus : Ca. Christus darf religiös verehrt werden.
Dogmen der Kirche sind unwiderruflich. Sie sind jedoch nach vorn offen für "Neuinterpretationen" in neuen Kontexten und neuem Sprachgebrauch. Dabei gilt jedoch nach katholischem Verständnis: "Daher ist auch immerdar derjenige Sinn der heiligen Glaubenssätze beizubehalten, den die heilige Mutter Kirche einmal erklärt hat, und niemals von diesem Sinn unter dem Anschein und Namen einer höheren Einsicht abzuweichen. So wachse denn und gedeihe in reichem und starkem Maße in dem Laufe der Zeiten und Jahrhunderte Erkenntnis, Wissenschaft und Weisheit sowohl in einem jeden als auch allen, sowohl in dem einzelnen Menschen als auch in der ganzen Kirche: aber lediglich der ihnen zukommenden Weise, nämlich in derselben Lehre, demselben Sinn und derselben Auffassung." (Erstes Vatikanisches Konzil, DH 3020) Sie "sind Lichter auf dem Glaubensweg. Sie erleuchten und sichern ihn." (Katechismus der Katholischen Kirche KKK 89)
Buch-Tipp: Dogmatik im Grundriß Karl Barth hat ein beachtenswertes Werk geliefert Der fundierte Kenner der Dogmatik Karl Barth hat es verstanden, mit diesem Buch gerade jenen, die sich erst einmal einen Ueberblick ueber diese Thematik verschaffen wollen, etwas sehr nuetzliches und hilfreiches in die Hand zu geben. Ich denke, dass gerade der Theologiestudent am Anfang seines Studiums... |
Weitere Beispiele von Dogmen | |
Das zentrale Dogma der Molekularbiologie wurde von James Watson aufgestellt. Es beschreibt die Einbahnstraße der Eiweißsynthese DNA=>RNA=>Protein. In der Zwischenzeit wurde es z.B. durch die Existenz von Retroviren widerlegt. Daher wurde der Gedanke danach als Ein Gen - ein Enzym - Hypothese genannt. Anschließend wurde es in "Ein-Gen-ein-Protein" geändert, was aber durch die Entdeckung der Quatärstrukturen bei Proteinen auch wieder verworfen wurde und in "Ein-Gen-ein-Polypeptid" geändert wurde. Aber auch diese Aussage musste wieder modifiziert werden.
Daraus ist ersichtlich, dass Dogmen in Naturwissenschaften keinen Bestand haben.
siehe auch: Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese
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- "Jeder Fortschritt, den eine Kirche im Aufbau ihrer Dogmen macht, führt zu einer ... Bändigung des freien Geistes; jedes neue Dogma ... verengt den Kreis des freien Denkens ... Die Naturwissenschaft umgekehrt befreit mit jedem Schritte ihrer Entwickelung ... Sie gestattet ... dem Einzelnen in vollem Maße wahr zu sein". Rudolf Virchow
- "Tolle assertiones, et christianismum tulisti. - Nimm die festen Aussagen weg, und du hast das Christentum weggenommen". Martin Luther
Buch-Tipp: Grundinformation Dogmatik. Ein Lehr- und Arbeitsbuch für das Studium der Theologie Überschaubares, knackiges Werk zur Dogmatik Leonhardt Rochus gibt zunächst einen sehr guten Überblick sowohl über die Dogmen- und Theologiegeschichte als auch die Fundamentaltheologie. Es wird deutlich, wie stark Dogmatik und Kirchengeschichte inneinander greifen. Die Hauptfragen der Dogmatik werden deutlich herausgearbeitet. Dabei ist hilfreich,... |
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